Donnerstag, 20. Oktober 2011

JournalistInnen in Honduras



Projektbeschreibung deutsch

Nach dem Putsch in Honduras 2009 hat sich die Situation für honduranische JournalistInnen und Medienschaffende im Land gravierend verschlechtert. Presse- und Meinungsfreiheit werden unterdrückt, Radiostationen werden angegriffen, Morddrohungen ausgesprochen.
Seit 2010 wurden in Honduras mind. dreizehn JournalistInnen ermordet. Reporter ohne Grenzen halten das Land für eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit. Der Weltverband der Community Radios – Sektion Lateinamerika und Karibik (AMARC-ALC) äußerte Besorgnis angesichts de massiven Aufgebots von Sicherheitskräften. „Es werde versucht, über indirekte Maßnahmen wie Strafprozesse, Basismedien wie den Sender La Voz de Zacate Grande (die Stimme von Zacate Grande), die für lokale Gemeinden arbeiten, zum Schweigen zu bringen“. Ende Januar 2011 kritisierte der UN-Sonderbotschafter für Meinungsfreiheit, Frank de La Rue, die anhaltende Gewalt gegenüber Basisradios in Honduras und mahnte den honduranischen Staat an, die internationalen Konventionen bezüglich des Rechts auf Meinungsfreiheit einzuhalten.


Das Projekt:

Wir möchten die honduranischen JournalistInnen in ihrer Arbeit unterstützen und durch die Anwesenheit der europäischen KollegInnen einen gewissen Schutz für die Ausübung ihrer Arbeit bieten sowie durch gemeinsame Berichterstattung in Deutschland (Europa) und Honduras mehr Öffentlichkeit für die Situation in Honduras schaffen.
Deutsche (und europäische) NachwuchsjournalistInnen arbeiten drei Monate bei kritischen Printmedien, Radios und TV-Stationen in Honduras – auf dem Land und in der Stadt. Gemeinsam mit ihren honduranischen KollegInnen informieren sie über Straflosigkeit, Landvertreibungen und politische Morde. In Audio- und Filmbeiträgen, Reportagen und Interviews berichten sie über die Situation von Basisorganisationen und MenschenrechtsverteidigerInnen, indigenen Gemeinden sowie über politische Kunst und Kultur. Sie unterstützen die mediale Arbeit der kritischen Medien in Honduras und klären die deutsche (bzw. europäische) Öffentlichkeit auf.
  • In Zusammenarbeit mit internationalen Menschenrechts-Organisationen vermitteln wir europäische JournalistInnen zu den bedrohten Medien in Honduras. Vor Ort stellen wir Kontakte mit erfahrenen internationalen JournalistInnen, Organisationen und Institutionen her.
  • Wir versorgen die internationale Öffentlichkeit ständig mit aktuellen Informationen. Über ein breites Netzwerk von Medien veröffentlichen wir die Beiträge der JournalistInnen vor Ort.
  • Wir organisieren Veranstaltungen zur Situation in Honduras und laden honduranische JournalistInnen nach Deutschland ein.
  • Wir informieren über die Rolle der kritischen Medien.
Hintergrund:

Die Initiative für das Projekt entstand während einer Delegationsreise von JournalistInnen und MenschenrechtsaktivistInnen im Dezember 2010 www.hondurasdelegation.blogspot.com, die im engen Austausch mit der honduranischen Widerstandsbewegung (FNRP - Frente Nacional de la Resistencia Popular) organisiert wurde. Die FNRP hat sich nach dem Coup d'État 2009 als Bündnis aus 60 verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen gegründet.
Der Putsch war der Versuch, den durch den Präsidenten Mel Zelaya eingeläuteten politischen Wandel zu stoppen. Es folgte ein allgemeines Klima der Einschüchterung durch Morde und Morddrohungen gegen JournalistInnen, RichterInnen, GewerkschafterInnen, AnwältInnen, organisierte Kleinbauern und -bäuerinnen.
Auch zwei Jahre nach dem Putsch betonen VertreterInnen der in der FNRP organisierten Gruppen die Bedeutung internationaler Öffentlichkeit für ihre Sicherheit und die Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen – u. a. für auch für die Gruppe der kritischen JournalistInnen.

Wen wir suchen:
  • NachwuchsjournalistInnen für einen dreimonatigen Aufenthalt bei kritischen Medien in Honduras
  • Radiotechniker für einen Aufenthalt bei kommunalen Radios
  • Deutsche und europäische Medienschaffende (Print, Radio, TV), die mit uns zusammenarbeiten und uns unterstützen, die Beiträge breitgefächert zu veröffentlichen
  • Gruppen in ganz Deutschland (Europa), die Diskussionsveranstaltungen, Seminare und Workshops zur Situation in Honduras und zur Rolle der kritischen Medien organisieren
Voraussetzungen (für den Auslandsaufenthalt als JournalistIn):
  • Interesse an politischer Berichterstattung
  • gute Spanischkenntnisse
  • Interesse auch im Anschluss an den Aufenthalt bei Veranstaltungen mitzuwirken

Kosten:
  • Flugkosten und ca. 300US-$ pro Monat
Mehr Informationen / Kontakt:

Ökumenisches Büro
für Frieden und Gerechtigkeit e. V.
Ansprechpartnerin: Kirstin Büttner
Tel.: 030 250 411 33


Projektbeschreibung spanisch

Flyer deutsch